Interview Patrick Groetzki


Redaktion: Als Deutschland Europameister wurde, hast du mit einem Wadenbeinbruch gefehlt. Wäre Olympia-Gold jetzt die geeignete Entschädigung?

 

Patrick Groetzki: Zunächst einmal ist es ein Riesen-Erlebnis und eine große Ehre als Sportler zu den Olympischen Spielen zu fahren. Davon habe ich als Kind immer geträumt. Eine Medaille zu gewinnen wäre natürlich sensationell. Aber jeder Sportler der dabei ist möchte natürlich gewinnen. Ich denke aber, dass wir gute Chancen haben auch in Rio erfolgreich zu sein.

 

Nicht nur die Nationalmannschaft war sehr erfolgreich, auch die Rhein-Neckar Löwen haben die erste Meisterschaft ihrer Vereinsgeschichte geholt. Wie hast du deinen ersten Bundesligatitel erlebt?

 

Es war eine unglaubliche Saison, an deren Ende wir völlig verdient Deutscher Meister geworden sind. Natürlich war es immer mein Ziel mit den Löwen diesen Titel zu gewinnen, und ich bin sehr froh, dass es uns nach zwei Vizemeisterschaften zuvor nun endlich gelungen ist.

Du bist schon seit 2007 im Team. Welche Entwicklung hat in diesen neun Jahren bei den Löwen stattgefunden und wie hat sich die Wahrnehmung des Handballs in der Region Rhein-Neckar verändert?

 

Die Rhein-Neckar Löwen haben sich unglaublich entwickelt, das zeigen ja die sportlichen Ergebnisse der letzten Jahre, mit dem Höhepunkt der Meisterschaft in diesem Sommer. Aber auch abseits des Feldes haben wir uns toll entwickelt, das Interesse an den Löwen steigt, wir gewinnen mehr und mehr Fans, das ist für die Sportart Handball sehr wichtig.

 

Beim ersten Metropolregion HandballCup bist du unser Pate. Welche Bedeutung hatten Jugendturniere in deiner eigenen Karriere? Warum liegt dir die Förderung der Handball-Jugend am Herzen?

 

Ich bin ja selbst in sehr jungen Jahren zu den Rhein-Neckar Löwen gekommen und habe die positive Entwicklung der letzten Jahre hautnah miterlebt. Ich komme aus der Region und freue mich, dass ich mindestens noch bis 2020 das Trikot der Löwen tragen werde. Der Nachwuchs ist im Handball unheimlich wichtig, da er die direkte Zukunft unserer Sportart ist.

Die Kinder sollen einfach Spaß am Handball entwickeln und brauchen natürlich Vorbilder. Deshalb unterstütze ich die Nachwuchsförderung gerne, denn auch ich erinnere mich noch gut an meine Zeit als Jugendspieler. Schon damals habe ich natürlich lieber bei Turnieren gespielt als trainiert, das ist heute noch so.